Gelungene Feier zum Tag der deutschen Einheit


Der CDU-Ortsvorsitzende Hermann Schmitz begrüßte die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger im gut gefüllten Kaisersaal der Abtei Brauweiler, als die Pulheimer CDU am Samstag, dem 3. Oktober, den 25. Jahrestag der Deutschen Einheit feierte. Die Festansprache hielt CDU-Politiker und Staatssekretär Karl Josef Laumann.

Karl Josef Laumann ging bei seiner Ansprache auf die große Leistung der DDR-Bürger ein, die für Freiheit, Recht und Demokratie auf die Straße gegangen waren. Er würdigte auch das Engagement bedeutender Politiker wie Hans-Dietrich Genscher, George Bush, Michail Gorbatschow und vor allem Helmut Kohl. Der damalige Bundeskanzler habe den Wiedervereinigungsprozess "unermüdlich und gegen alle Widerstände" vorangetrieben.

Doch Karl-Josef Laumann wies noch auf einen wichtigen dritten "Akteur" hin: Viele Menschen in Mittel- und Osteuropa sowie in den sowjetischen Satellitenstaaten hatten mit dafür gesorgt, dass die Chance zur deutschen Einheit eröffnet wurde. So waren Bewegungen wie die Solidarnosc in Polen diejenigen, die den ersten Stein aus der Berliner Mauer gehauen hatten. Diese vielen mutigen, klugen und engagierten Menschen hatten den "Glücksfall" Deutsche Einheit möglich gemacht.

Mahnende Worte fand Karl Josef Laumann angesichts der mehr als 25 Jahre, die seit der ersten Euphorie des Mauerfalls ins Land gegangen sind. "Ist die Einheit eine technokratische Angelegenheit, die nur noch für Historiker und Juristen von Interesse ist?" So will es Laumann nicht sehen. Vielmehr wünscht er sich, laut dem Leitgedanken der Europäischen Union, ein Deutschland, dass "in Vielfalt geeint" sei. Hier bezog er bewusst auch die Deutschen mit Migrationshintergrund ein. Die Herausforderung unserer Zeit seien die gesellschaftlichen Gegensätze: Arm und Reich, Jung und Alt, gebildet und ungebildet, Ökonomie und Ökologie. "Gerade als Christ sage ich voller Überzeugung: Wir müssen den Gepeinigten dieser Welt, die aus politischen, religiösen, ethnischen oder gesellschaftlichen Gründen verfolgt werden, eine Zuflucht geben." Gleichzeitig sei es für alle eine Herausforderung, auch angesichts des Zuzuges hunderttausender Flüchtlinge nach Deutschland und Europa, die innere Einheit zu bewahren. Letztlich sei die aktuelle Situation aber nur zu lösen, so Laumann, wenn es der Weltgemeinschaft dauerhaft gelingt, die Krisenregionen zu befrieden. Derzeit brauche Deutschland pragmatische Lösungen für die "unplanbare Situation" des Flüchtlingszustroms. Laumann appellierte daran, die aktuelle Situation als Chance zu verstehen. "Wenn uns der gewaltige Kraftakt der Integration dieser Menschen gelingt, werden wir in 25 Jahren womöglich auf dieses Jahr als historisches Ereignis zurückblicken - und zwar im positiven Sinne."