Vortragsveranstaltungen

„Wir müssen uns der Digitalisierung stellen!“


Bundesminister Peter Altmaier beim „Generationengespräch“ in Pulheim

Einen prominenten Gast konnten die Senioren Union und die Junge Union Pulheim bei ihrem letzten „Generationengespräch“ am 7. April präsentieren: Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramtes, war ins voll besetzte Schützenhaus gekommen, um über politische Umbrüche und Wege zur Zukunftsgestaltung unseres Landes zu sprechen. Besonders herzlich begrüßte Altmaier dabei Pulheims Ehrenbürger Dr. Bernhard Worms, der ihn eingeladen hatte, und die Kandidaten Romina Plonsker (Landtag) und Dr. Georg Kippels (Bundestag). Beide seien ihm wohlbekannt: Georg Kippels aus der Bundestagsfraktion und Romina Plonsker von einem Treffen mit jungen Nachwuchspolitikern und -politikerinnen in Berlin.

In seiner engagierten und mit viel Humor gewürzten Ansprache wandte sich Altmaier vehement dagegen, Deutschland als Land des Niedergangs und der Ungerechtigkeit zu zeichnen: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass unser Land schlechtgeredet wird!“ Der Minister verwies dabei auf Erfolge wie die schnelle Erholung von der Finanzkrise 2008, die Halbierung der Arbeitslosenzahl seit 2005, die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa und den ersten ausgeglichenen Bundeshaushalt nach 43 Jahren. Zugleich hob Altmaier rentenpolitische Leistungen wie die Mütterrente und Rentensteigerungen deutlich oberhalb der Inflationsrate hervor und plädierte gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters.

Ausführlich setzte sich der Minister mit dem Thema „Innere Sicherheit“ auseinander. Hier sprach er sich für eine intensivere grenzüberschreitende Zusammenarbeit und eine Stärkung der Polizei aus, „die für uns alle den Kopf hinhält“. Dazu gehörten nicht nur eine erstklassige Ausbildung und verbesserte gesetzliche Grundlagen, sondern auch die Haltung, sich entschieden hinter die Polizei zu stellen und nicht – wie Verantwortliche anderer Parteien – den Polizeikräften in den Rücken zu fallen.

Altmaier GenerationenDrei Schwerpunkte nannte der Bundespolitiker für die Zeit nach der Bundestagswahl: Zum einen gelte es, mehr für Familien mit Kindern zu tun, zum anderen müssten neue Initiativen zugunsten von Wohneigentum auf den Weg gebracht werden, um die finanziellen Grundlagen im Alter zu verbessern. Und schließlich komme es in der Zukunft ganz wesentlich auf eine erfolgreiche Gestaltung der Digitalisierung an: „Wir müssen uns der Digitalisierung stellen!“ Dabei betonte der Minister die Chancen, die die Digitalisierung biete: in der Kommunikation, in besserer Mobilität auch im Alter durch selbstfahrende Autos oder durch Pflege-Roboter, die die traditionelle Pflege nicht ersetzen, aber in bestimmten Bereichen sinnvoll ergänzen könnten. Digitalisierung stelle nicht nur traditionelle Arbeitsplätze in Frage, sondern führe auch zu neuer Beschäftigung – und die entscheidende Frage sei, wo diese neuen Arbeitsplätze entstehen. Hier müsse Deutschland die sich bietenden Chancen ergreifen.

Auch das kritische Thema „Flüchtlinge“ sparte Altmaier nicht aus: Angesichts einer drohenden humanitären Katastrophe habe die Regierung im Herbst 2015 „das Richtige getan“, indem sie nicht – wie andere – weggeschaut habe. Für die Zukunft komme es unter anderem darauf an, mehr als bisher „vor Ort“ in den Heimatländern der Flüchtlinge zu helfen.