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Ernst Gnoß: Verfolgter und Wegbereiter der Demokratie

13. August 2026Werner Theisen

Wer heute in Düsseldorf über die Ernst-Gnoß-Straße zum Landtag fährt, begegnet dem Namen eines Mannes, der den demokratischen Neubeginn in Nordrhein-Westfalen mitprägte. Ernst Gnoß war der erste Präsident des Landtags und später Wiederaufbauminister.

Der Sozialdemokrat wurde am 22. Juli 1900 in Styrum, heute Mülheim-Styrum, geboren. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf, engagierte sich früh in der sozialistischen Jugend und arbeitete nach seiner Ausbildung als Schriftsetzer. Anfang der 1930er-Jahre war er journalistisch und für die SPD tätig.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor Gnoß seine Arbeit und beteiligte sich am sozialdemokratischen Widerstand. 1935 wurde er von der Gestapo verhaftet, misshandelt und später zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Erst 1939 kam er frei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich Gnoß sofort wieder politisch. Am 2. Oktober 1946 wählte ihn der Landtag einstimmig zu seinem Präsidenten. Trotz seiner kurzen Amtszeit genoss er parteiübergreifend hohes Ansehen. Seine politische Erfahrung sowie seine Verfolgung während der NS-Zeit verliehen ihm besondere Glaubwürdigkeit.

1948 wurde Gnoß Wiederaufbauminister. Trotz gesundheitlicher Probleme arbeitete er mit großem Einsatz weiter. Nach einem Zusammenbruch begab er sich wegen eines Lungenleidens zur Behandlung nach Davos. Dort starb Ernst Gnoß am 12. März 1949 nach einem medizinischen Eingriff. Er wurde nur 48 Jahre alt.

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